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Der Gesangsverein Liederkranz Schwebenried feierte sein 100-jähriges Bestehen. Im vollbesetzten DJK Sportheim wurde auf die interessante wie abwechslungsreiche Geschichte des Vereines Rückblick gehalten. Übereinstimmend mit der aktiven Vorstand, den Vereinmitgliedern und die zahlreichen Ehrengäste, wie Landrat Thomas Schiebel oder auch Schirmherr Bundestagsabgeordneter Wolfgang Zöller, kamen die Anwesenden zu dem eindeutigen Ergebnis: Singen ist Wellness für Seele und Geist.

„Der Liederkranz ist ein fester Bestandteil im Schwebenrieder Vereinlebens. Sein Wirken bereichert viele kulturelle, religiöse und gesellschaftliche Anlässe“, resümierte d der Vorsitzende Thomas Ziegler in seiner Begrüßungsrede. Im Jahr 1910, zu Zeiten von Kaiser Wilhelm II., gegründeten Mitglieder des damaligen Schützenvereins, den Gesangsverein Liederkranz Schwebenried. Sie ahnten wohl kaum, so der Vorsitzende weiter, dass sie damit den Grundstein für einen Verein legten, in dem Generationen hinweg Freude und Erfüllung im Gesang fanden. Den geschichtlichen Rückblick des Vereins stellte 2. Vorsitzende, Clemmens Sammeth und Chorleiterin Irmgard Kinner vor. In der Gründungsversammlung traten bereits 60 Schwebenrieder dem reinen Männer-Verein bei. Darunter 36 aktive Sänger, die den Vereinszweck strikt befolgen, der lautete: die Pflege des Gesanges sowie geselliger Vergnügungen zur Veredelung des Sinnes für Musik und Gesang“. In dieser Versammlung wurde ausdrücklich beschlossen, dass für diesen Verein ein gemischter Chor niemals in Frage komme. Denn, so berichteten sie weiter aus den Protokollbüchern, wurde jeder, der zwei Musikproben nacheinander ohne genügende Entschuldigung versäumte, im Wiederholungsfall vom Verein ausgestoßen. „Aber die Zeiten änderten sich“, sagte Chorleiterin Irmgard Kinner. 1996 wurde ihr die Chorleitung angetragen. Sie setzte sich für eine Umstellung auf einen gemischten Chor ein. Die Verbesserung des Chorklanges sowie die Erarbeitung eines neuen Repertoires galt ihre Intention. An Probensamstagen dun Probenwochenenden erarbeiteten sich der gemischte Chor über 110 Titel, davon 66 Stücke, die unter das Genre der geistlichen Musik fallen, sechs Messen und 54 weltliche Chorstücke. Bei Konzertauftritten, aber auch in wie beim „musica sacra“ in Gera (Österreich) durfte der Gesangsverein sein musikalisches Können unter Beweis stellen. 2003 wurde aus den Reihen der aktiven Vereinsmitgliedern, der Wunsch nach modernem Liedgut laut, was zur Gründung der Gesangsgruppe „New Age“ führte. Das aktive Vereinsleben wurde mit Reisen nach Paris, Prag, und Schweden, bei denen jeweils Konzertauftritte stattfanden, bereichert. Aktuell gehören dem gemischten Chor 25 Sänger/innen an, bei denen das Durchschnittsalter bei 55 Jahren liegt. Der Gruppe New Age gehören19 Aktive an, die durchschnittlich 46 Jahre alt sind. Aber trotz aller Freude musste Chorleiterin Kinner doch den großen Wermutstropfen des Vereins ansprechen: „Seit einiger Zeit existiert kein Kinder- und Jugendchor mehr“. Damit ein Kinderchor dauerhaft bestehen kann, müsse ein Gesangsverein zur Stärkung der Gemeinschaft auch eine entsprechende Freizeitgestaltung für die Kinder bieten. Schirmherr Zöller beglückwünschte den Gesangsverein Liederkranz zu seinem 100-jährigen Bestehen. Er betonte, dass, wie Studien belegten, das Singen die Gesundheit, körperliche wie mental, stärke. In früheren Jahren wurde auch in den Schule mehr Zeit für das gemeinschaftliche Singen verwendet, was das gesellschaftliche Leben doch stark beeinflusste. Landrat Thomas Schiebel und der Präsident des Fränkischen Sängerbundes, Peter Jacobi, verwiesen auf den kulturellen Auftrag, den der Verein seit einem Jahrhundert ausübten und pflegten. Jakobi überreichte ein Ehrenurkunde zum Jubiläum. Bürgermeisterin Linda Plappert Metz, Pfarrer Christoph Klein und weitere Vertreter örtlicher und benachbarten Verein schlossen sich den Glückwünschen an. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurden zwei Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt. Herrmann Weißenberger, der lange Jahr als Schriftführer im Verein war, gehört seit 30 Jahren, und Johann Stürmer, bereits seit 50 Jahren dem Verein an. Beide waren und sind aktive Sänger bei Liederkanz Schwebenried. Der gemischte Chor, New Age und Sänger Siggi Juhasz umrahmten den Festkommers mit musikalischen Liedbeiträgen. Besonders beeindruckend waren die Lieder und Texte von Siggi Juhasz, der die zumeist im Schweberieder Dialekt sang. Am 21. März 2010 wird dem Gesangsverein Liederkanz Schwebenried die Zelter-Plakette im Stadttheater Schweinfurt verliehen.
Johann Stürmer und Herrmann Weißenberger wurde für ihre langjährige Mitgliedschaft zum Gesangsverein Liederkranz Schwebenried geehrt. Im Bild von links: Chorleiterin Irmgard Kinner, Bundestagsabgeordneter Wolfgang Zöller, Herrmann Weißenberger, 1. Vorsitzender Thomas Ziegler, Johann Stürmer, Präsident des Fränkischen Sängerbundes Peter Jacobi.
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