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Zum 100. Geburtstag. Von Ch. Kömm und M. Fischer
Die Dichterin Helene Hahn wurde durch eine Vielzahl von Gedichten, Reimen, Vorträgen und Liedern aus allen Lebens-bereichen und zu Ereignissen des Zeitgeschehens weit über die Grenzen von Schwebenried hinaus bekannt.
Helene Hahn ca. 1938
Helene Hahn wurde als viertes von fünf Kindern des Ober-lehrers Ludwig Hahn und seiner Frau Angelika geborene Loschert am 4.11.1904 in Hilpertshausen geboren. 1932 zog Helene Hahn zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester Maria nach Schwebenried, wo ihre älteste Schwester Hildegard durch ihre 1. Stelle als Lehrerin mit dem Bäcker Hans Drenkard seit 1919 verheiratet war. Hier baute Ludwig Hahn für sich und seine Familie ein Haus an der Straße nach Schraudenbach.
Inspiriert durch die in der Schulzeit gelesenen und erlernten Gedichte entwickelte sich ihre Begabung Begebenheiten und Ereignisse in Reimform festzuhalten sehr früh.
Bei dörflichen Festen und Veranstaltungen sowie bei sämtlichen Familienfesten seien es Hochzeiten, Taufen oder Ehejubiläen usw. trug sie ihre Gedichte vor. Teilweise auch mit Melodie wie eines ihrer bekanntesten Werke das Schwebenrieder Heimatlied, das von ihrem sehr musikalischen Vater - der mehrere Instrumente spielte - vertont wurde.
Original d. 1. Strophe des Schwebenrieder Heimatliedes ? Kömm
Anlässlich des Gewinnes der Fußballweltmeisterschaft durch die Deutsche Nationalmannschaft 1954 in Bern deren 50 jähriges Jubiläum in diesem Jahr gefeiert wird verfasste sie nachfolgendes Gedicht.
D e u t s c h l a n d i s t W e l t m e i s t e r
Sie haben´s geschafft, unsere tapferen Jungen, Der größte Sieg ist ihnen gelungen: Weltmeister! Und im Anfang war die Meinung der anderen so klein: Was wird mit den deutschen Elfen schon sein? Ein paar Spiele vielleicht Aber viel wird bestimmt nicht erreicht!
Da ging aber die Wertung ganz gewaltig daneben, Unsere Spieler haben ihr letztes gegeben, Ihr großes Können auf die Probe gestellt, Schlugen Sie Gegner um Gegner aus dem Feld Und waren mit einemmale Im entscheidenden Finale.
Der Olympiasieger stand auf der anderen Seite, Ein gewaltiger Gegner für unsere tapferen Leute, Zwei Tore vielen, wie schossen die Magyaren so gut, Achtung! Gefahr! Verliert nicht den Mut, Zeigt Eure Meisterschaft Mit entschlossener, eisener Kraft.
Es war ein hartes, ein zähes, ein erbittertes Ringen, Wird die Mannschaft Fritz Walters den Favoriten bezwingen? Ja! Dreimal rollte der Ball in das Ungarn-Tor! Und die Unseren gingen als Sieger hervor! Hurrah! Toni Turek, ja Du Gabst auch so vieles dazu.
Weltmeister! Daran ist nun nicht mehr zu rütteln, Und mögen auch manche die Köpfe noch schütteln. Die Deutsche Hymne klang triumphierend über den Rasen von Bern Und sie hörten sie alle in nah und in fern. Der Goldpokal den Weg nun fand in unser liebes Vaterland.
Helene Hahn 1954
Der größte Teil ihrer Gedichte ist in Form eines End-Reimes geschrieben. Hierbei arbeitete sie mit verschiedenen Abfolgen wie z.B. beim vorherigen Gedicht im Paar-Reim aber auch im Kreuz-Reim oder umarmenden Reim.
Mit wachsender Bekanntheit wurde sie immer häufiger beauftragt Gedichte zu besonderen Anlässen zu verfassen.
Viele ihrer Werke wurden z.B. in der Werntalzeitung und der Main Post veröffentlicht. Mehrere Gedichte bzw. Liedertexte wurden z.B. auch von den Gebrüdern Pfarr verwendet.
Im hohen Alter wurde sie mehrmals vom Schwebenrieder Künstler M. Beck-Arnstein gemalt.
„Lena die Dichterin“ von M. Beck-Arnstein (Ausschnitt)
Helene Hahn war auch sonst sehr interessiert. Sie betrieb Ahnenforschung, löste leidenschaftlich gerne Kreuzworträtsel, verfolgte sämtliche Sportereignisse im Fernsehen und war stets sehr reiselustig. Noch im hohen Alter rezitierte sie Werke großer Dichter, die sie in ihrer Kindheit gelernt hatte.
Ihren letzten großen Auftritt hatte sie mit 84 Jahren bei der Hochzeit ihrer Großnichte Christiane Kömm geb. Pfister.
Helene Hahn 1989
Da sie keine eigenen Kinder hatte pflegte sie ein sehr inniges Verhältnis zur Familie ihrer Nichte Lore Pfister geb. Drenkard in Altbessingen. Dort verbrachte sie auch ihre letzten beiden Lebensjahre wo sie am 3. 4. 1992 verstarb. Beigesetzt wurde sie im Familiengrab in Schwebenried.
Es besteht eine umfangreiche handschriftliche Sammlung der von ihr verfassten Gedichte (weit über hundert) zum großen Teil in altertümlicher Stenografie. Es existiert die Überlegung diese in einem Gedichtband zu veröffentlichen. |